Digitale Transformation und Veränderungsmanagement – Transformationslotsen weisen in der Automobilindustrie den Weg

Symbolfoto Digitale Transformation und veränderungsmanagement in der Automobilindustrie

Digitale Transformation und Veränderungsmanagement – Transformationslotsen weisen in der Automobilindustrie den Weg

Die digitale Transformation ist eine der größten Aufgaben für die Automobilindustrie 2020. Und nicht nur die Automobilindustrie – auch die Zulieferer sind davon in hohem Maß betroffen. Was jetzt benötigt wird, ist ein gutes Veränderungsmanagement. Denn aufgrund des weltweiten Umstiegs auf die Elektromobilität werden laut des Magazins „Absatzwirtschaft“ die Autos mit Verbrennungsmotor in Deutschland nur noch einen Marktanteil von 35 Prozent haben.

Statt die digitale Transformation voranzutreiben und dem Veränderungsmanagement mehr Priorität einzuräumen, diskutieren wir in Deutschland immer noch über technische Versäumnisse und verpasste Marktchancen.

Investitionen in Kompetenzen der Beschäftigten für die Bewältigung digitaler Transformation notwendig

Der Verband der Automobilindustrie vermeldet im Januar auf seiner Website hingegen Fortschritte: „Die Zulassungszahlen von Elektrofahrzeugen steigen in Deutschland und in vielen Ländern der Welt kräftig an. Die deutsche Automobilindustrie bietet für die Elektromobilität schon heute über 60 Elektromodelle in nahezu allen Fahrzeugsegmenten an. Des Weiteren wird konsequent in die Entwicklung einer wettbewerbsfähigen Modellvielfalt in allen Segmenten investiert.“

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Neben den Investitionen der Automobilindustrie in die Elektromobilität sind jedoch noch weitere wichtige Investitionen notwendig, nämlich in den Aufbau und die Erweiterung von Kompetenzen der Beschäftigten in der Automobilindustrie.

In einem deutschlandweit einzigartigen Projekt wird eine Sozialpartnerschaft aus Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften daher ab Herbst 2020 Unternehmen mit praxisbezogenen Transformationsmaßnahmen begleiten. Ziel ist es, diesen wichtigen Wirtschaftszweig in Niedersachsen zu erhalten und auszubauen und damit langfristig Arbeitsplätze in der Automobilindustrie zu sichern.
Herzstück des Projekts ist eine Weiterbildung für Meister*innen und Techniker*innen, die bei Autoproduzenten und Zulieferern arbeiten oder wieder einsteigen wollen.

Ziel der Qualifizierung ist es, die Beschäftigten in der Automobilindustrie fit zu machen für die digitale Transformation. Dabei haben die beiden niedersächsischen Bildungspartner von Arbeitgebern und Gewerkschaften, Bildungsvereinigung Arbeit und Leben und Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft, noch einen weiteren Vorteil im Blick: Mit den neuen digitalen und technischen Produktionskenntnissen im Zuge des Umstiegs der deutschen Automobilindustrie auf die Elektromobilität wachsen auch die Fähigkeiten der Beschäftigten, die digitale Transformation in ihrem Unternehmen voranzutreiben.

Als zukünftige „Spezialist*innen für digitale Transformation und Veränderungsmanagement“ erlernen sie, interne Hürden zu identifizieren und zu beseitigen, um den Transformationsprozess in der Automobilindustrie zu beschleunigen und mitzugestalten. Doch was bedeutet Veränderungsmanagement denn eigentlich ganz genau?

 

Veränderungsmanagement – Definition, Methoden und der Weg zum Veränderer

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Veränderungsmanagement beziehungsweise Change Management ist laut Gabler Wirtschaftslexikon „laufende Anpassung von Unternehmensstrategien und -strukturen an veränderte Rahmenbedingungen“. Denn der Wandel repräsentiere heute in Unternehmen nicht mehr den Sondervorgang, sondern eine häufig auftretende Regelerscheinung, so die Experten für Wirtschaftswissen.

Zwischen Top-down- und Bottom-up-Ansätzen des Veränderungsmanagements hat sich inzwischen der Mittelweg durchgesetzt: Die Unternehmensleitung macht klare Vorgaben und bezieht gleichzeitig die Mitarbeiter in den Transformationsprozess so weit wie möglich ein. Laut Capgemini wurden wirklich erfolgreiche Change Projekte im letzten Jahrzehnt weit seltener ohne Bottom-up-Ansätze gemanagt. Wichtig sei – neben dem Einbeziehen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Digitalisierung und Veränderungsprozesse – die zielgruppenorientierte Qualifizierung und Entwicklung der Beschäftigten, so führt es das Beratungs- und IT-Dienstleistungsunternehmen aus. Klassisch bewährte Methoden des Veränderungsmanagements seien die Weiterbildung und der Workshop, etwas experimenteller kommen „Lernlandkarten“ oder „Unternehmenstheater“ daher.

Gerade in der Corona-Krise stehen die Kooperationspartner Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft und Bildungsvereinigung Arbeit und Leben, der Automobilindustrie und den Zulieferern mit klassischen Methoden in Form einer Weiterbildung zur Seite. In vier modernen Transformations-Hubs wird Expertenwissen aufgebaut und weitergeben. Ziel ist es, den Unternehmen der niedersächsischen Automobilwirtschaft kompetente Fachkräfte – Meister und Techniker – an die Seite zustellen. So entstehen aus den Unternehmen der Automobilindustrie heraus Veränderer – Leader moderner Prägung, welche ihre Teams in der Produktion ihrerseits zur Veränderung befähigen.

 

Wichtig zu wissen: Qualifizierung zu Transformationslotsen kann gefördert werden

In der Krise will die Politik die Kernbranche der deutschen Automobilindustrie und alle weiteren Branchen absichern. Deswegen hat der Bundesrat am 15. Mai 2020 das „Arbeit-von-Morgen-Gesetz“ beschlossen mit dem Ziel, die Weiterbildung und Qualifizierung von Beschäftigten und Auszubildenden finanziell zu fördern. Doch allein der erleichterte Zugang für Unternehmen zum Kurzarbeitergeld beseitigt nicht die großen Herausforderungen unserer Wirtschaft und Gesellschaft, die schon vor der Corona-Pandemie bestanden: Strukturwandel, Digitalisierung, demografische Entwicklung und der Klimawandel bringen rasante Veränderungen mit sich. Dabei ist es wichtig, dass alle mitkommen und Schritt halten können – zumal Strukturwandel und Digitalisierung durch die Corona-Krise voraussichtlich weiter an Fahrt gewinnen werden.

Sich immer wieder Neues anzueignen, ist der beste Schutz gegen Arbeitslosigkeit. Mit dem „Gesetz zur Förderung der beruflichen Weiterbildung im Strukturwandel und zur Weiterentwicklung der Ausbildungsförderung“ wurden die Instrumente des Arbeitsmarkts auf die Ziele Beschäftigung und Sicherheit für alle ausgerichtet. Dieser zusätzliche Anreiz für die Qualifizierung von Beschäftigten kommt auch der niedersächsischen Automobilindustrie und ihren Zulieferern zugutekommen – vorausgesetzt, die neuen Fördermöglichkeiten werden noch bekannter gemacht.
Auf der Seite https://digitalisierung.bnw.de/foerderprogramme/ stellen wir deshalb übersichtliche Informationen und Infografiken zur Verfügung.

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