Vom Mitarbeiter zur Führungskraft: So entwickeln Sie Ihren persönlichen Führungsstil

Weibliche Führungskraft mit Brille vor einem sechsköpfigen Team stehend

Vom Mitarbeiter zur Führungskraft: So entwickeln Sie Ihren persönlichen Führungsstil

Die wenigsten Führungskräfte machen sich im Vorhinein Gedanken darüber, welchen Führungsstil sie als Chef bzw. Chefin in der Praxis umsetzen wollen. Einen Führungsstil noch während der Einarbeitung zu entwickeln, kann jedoch zu Überforderung führen. Dass diese für Mitarbeiter in leitenden Positionen gefährdend sein kann, zeigt eine Studie, die in Teil 1 der Serie “Vom Mitarbeiter zur Führungskraft” vorgestellt wird. Deshalb empfehlen wir, sich auf die Rolle vorzubereiten und sich auf einen Stil festzulegen. Denn der persönliche Führungsstil ist nicht nur eine Frage des Talents oder des Charakters, das ist auch eine Frage der Motivation und des Anspruchs an sich selbst. Schnell tauchen Fragen auf wie: “Möchte ich “everybody‘s darling” sein oder lieber unantastbarer Patriarch? Sollen mich meine Mitarbeiter duzen oder siezen, lasse ich meine Bürotür stets offen oder genieße ich die Abschottung hinter verschlossenen Türen?” All diese Fragen zielen auf die Vereinbarkeit von Autorität und Kollegialität ab – eine echte Gratwanderung für leitende Angestellte. Die Antworten darauf lassen sich nur finden, wenn Führungskräfte auf ihre (neuen) Aufgaben vorbereitet werden.

(Selbst-) Vertrauen statt Misstrauen

In der Praxis zeigt sich, dass beidseitiges Vertrauen ein Universalschlüssel zum Erfolg als Führungskraft ist. Geben Sie Mitarbeitern das Gefühl, dass Sie sie “machen lassen” und in ihre Kompetenzen und Fähigkeiten vertrauen. Wenn Sie neu im Team sind, könnte das schwerfallen, weil die Mitarbeiter einerseits nicht von Ihnen selbst eingestellt und eingearbeitet wurden und Sie selbst auf der anderen Seite noch eingearbeitet werden müssen. Dennoch: Zeigen Sie, dass Sie loslassen können, statt kontinuierlich die Arbeit anderer zu kontrollieren. Überlassen Sie Ihrem Team punktuell Entscheidungen gänzlich bzw. ermöglichen Sie eine demokratische Entscheidungsfindung. So helfen Sie Ihren Mitarbeitern, Selbstvertrauen aufzubauen und sich weiterzuentwickeln. An Stellen, an denen Sie thematisch selbst Unterstützung benötigen, wenden Sie sich an erfahrene Kollegen und zeigen Sie, dass Sie für Hilfe und Tipps empfänglich sind. Nur so wachsen Sie effizient mit und an Ihren neuen Aufgaben. “Chef sein” heißt nicht, auf sich allein gestellt zu sein und häufig kostet es mehr Zeit, sich eigenständig in neue Themen einzuarbeiten, als wenn man an die Hand genommen und geleitet wird.

Keine Besprechungen? Keine Option!

Als Führungspersönlichkeit stehen Sie nicht nur vor operativen Herausforderungen, auch zwischenmenschlich bewegen Sie sich auf schwierigen Pfaden. Ganz gleich, ob als Leitung eines kleinen Teams oder einer überschaubaren Firma, als Geschäftsführer eines Unternehmens oder Führungskraft einer großen Abteilung: Ohne die Durchführung regelmäßiger Besprechungen lässt sich schwerlich ein stabiles und auf Vertrauen basierendes Arbeitsverhältnis aufbauen. Die Meetings und Sitzungen können sich von Team zu Team stark unterscheiden und sind in ihrem Aufbau und ihrer Situation extrem von der allgemeinen Unternehmenskultur abhängig. Junge, kleine Teams setzen oft auf täglich stattfindende, informelle Stand-up-Meetings, wohingegen in Unternehmen mit eher steilen Hierarchien und vielen Mitarbeitern wöchentliche Konferenzen durchgeführt und von Führungskräften moderiert werden. Eins haben alle Varianten gemeinsam: Sie sind relevant, um als Teamleiter auf dem Laufenden zu bleiben, Wissenstransfer zwischen Mitarbeitern zu fördern und Small Talk zu ermöglichen, der für das Teambuilding unerlässlich ist. Wählen Sie dabei die Form, Variante, Frequenz und Umgebung, mit der Sie sich als Führungspersönlichkeit wohlfühlen und die Sie als zielführend erachten.

Kommunikation und Rhetorik: Positive Signale an alle, Kritik unter vier Augen

Vorgesetzte von Angestellten sehen sich leider hin und wieder mit der Aufgabe konfrontiert, Konflikte zu vermeiden oder gar zu schlichten. Eine Weiterbildung zum Konfliktmanager ist vielleicht zu hoch gegriffen, aber grundlegende Skills in Rhetorik und Kommunikation sind als Teamleader obligatorisch. Dazu gehört an erster Stelle, eine Balance aus Lob und Kritik zu finden. Eine einfache Regel besagt, dass Lob für geleistete Arbeit regelmäßig ausgesprochen werden sollte, ob schriftlich oder verbal. Berücksichtigen Sie dabei alle Mitarbeiter möglichst gleichermaßen und springen Sie wenn nötig über Ihren Schatten. Am besten aufgehoben sind positive Rückmeldungen in Teamsitzungen. Sie helfen anderen Mitarbeitern, sich zu motivieren und stärken das Selbstvertrauen der betreffenden Kollegen. Genau umgekehrt verhält es sich mit kritischen bzw. negativen Anmerkungen. Versuchen Sie, diese in Einzelgesprächen einzubauen und äußern Sie sie klar und auf ein konkretes Problem/ eine Aufgabe bezogen. Für allgemeines Feedback zu längeren Prozessen hilft die Anwendung der “Sandwich-Methode”, die Wertschätzung für den Mitarbeiter nicht aus den Augen zu verlieren und diesen nicht zu demotivieren.

Sie möchten sich schnell und effizient auf Ihre neue Rolle als Chefin oder Chef vorbereiten und einen individuellen Führungsstil entwickeln? Der BNW Crashkurs “Führungsverantwortung übernehmen“ hilft Ihnen dabei. Hier erhalten Sie neben Tipps zur Kommunikation auch eine Übersicht über verschiedene Führungsstile und lernen, wie Sie Ihr eigenes Führungsverhalten reflektieren. Besonders für unerfahrene und/ oder junge Führungskräfte ist dieses zweitägige Seminar bestens geeignet.

Aus den Inhalten des Crashkurses:

1: Was Führen bedeutet: eine Auseinandersetzung mit Ihrem eigenen Führungsverhalten

2: Lernen Sie, zwischen Selbstbild und Fremdbild zu unterscheiden

3: Wie Sie Ihren Führungsstil entwickeln und dabei authentisch bleiben

4: Führungsmethoden mit Wirkung (pro und contra) und der situative Ansatz

5: Wie Sie als Führungskraft sicher kommunizieren und Mitarbeitergespräche führen

6: Mit Übersicht Prozesse gestalten und Konflikte vermeiden

7: Instrumente zur Personalentwicklung und Techniken für alle Führungslagen

 

Foto von fauxels von Pexels

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